Nikola Hahn (Hg.)

Lothar Philipp

 

Kriminalistische Denklehre

Historische Kriminalistik  

Kommentierte Neuausgabe

 

 

 

Paperback, 276 Seiten

mit zahlr. Abb. aus der Originalausgabe

ISBN 978-3-944177-62-5

 

 

19,90 €

 

 

 

 

 

„Beim Durchlesen der Berichte der unteren Organe der Polizei fällt oft der völlige Mangel an logischem Denk­ver­mögen auf; Fehlschlüsse über Fehlschlüsse! Man kann ihnen aber gar keine Vorwürfe machen, denn Logik ist ih­nen auf keiner Schule und in keinem Unterrichtskurs bei­ge­bracht worden. Und wie viele Lehrer solcher Schulen wä­­ren zu entdecken, die mit der Logik selbst auf gespann­tem Fuße stehen! Wir modernen Zeit­genossen denken viel weniger intensiv als unsere Vorfahren. Die Hast und die gesteigerte alltägliche Interes­sen­politik, verbunden mit dem ständigen Daseinskampf, haben uns oberflächlich werden lassen. Kriminalistische Werke, die vor fünfzig und hundert Jahren entstanden sind, kennt man nicht, oder man ist geneigt, sie als veraltet beiseite zu legen, und oft kommt einem der Gedanke, daß wir heute in manchen kriminalistischen Büchern etwas Neues vorgetragen er­halten, was tatsächlich schon in jenen literarischen Altertümern enthalten war.“

 (aus dem Vorwort zur Erstausgabe, 1927)


Eine ungekürzte Neuausgabe des Originals von 1927 mit Erläuterungen, einer historischen Einordnung und einer kritischen zeitgenössischen Replik zu den Grenzen logischer Schlussfolgerungskunst.

 

Bild links:

So sah die Originalausgabe aus dem Jahr 1927 aus. 

 

 

 

 

 

Das Buch erscheint im Rahmen von Nikola Hahns Forschungen zur historischen Kriminalistik mit dem Schwerpunkt „Kriminalistisches Denken“.

 

Nikola Hahn sagt dazu: 

"Die Suche nach historischer Literatur zum Thema „Kriminalistisches Denken“ führt in das Berlin der Weimarer Republik; in den 1920er Jahren erschienen zwei Bücher, die das Thema explizit in ihrem Titel trugen. Eines davon war Lothar Philipps „Krimi­nalis­tische Denklehre“. Dieses und ein weiteres, 1921 publiziertes Werk, werden bis heu­te vorrangig zitiert, wenn es um die Anfänge professionellen Kriminalistischen Den­kens geht. Beide Bücher sind seit vielen Jahren vergriffen; insbesondere zu Philipps Werk liegen wenige Daten vor; dabei dringt er tief in die Materie ein, wirft nicht nur Fragen zu einer Kriminalphilo­sophie auf, sondern betont den bis heute aktuellen Aspekt, dass Kriminalistisches Den­ken universell ist.

Vor die­sem Hinter­grund habe ich mich dazu entschieden, den Titel als kom­men­tierte Neuausgabe heraus­zu­geben. Wie ich im Einzelnen vorgegangen bin, ergibt sich aus den Ma­teria­lien im Anhang der Neuausgabe, in der ich mit einem Überblick über die Geschichte der Berli­ner Krimi­nalpolizei in der Weimarer Republik auch einen Versuch gemacht habe, Philipps Werk historisch einzuordnen. Eine zeitgen­össische Kritik des Psychoanaly­tikers Theodor Reik, die sich in Teilen explizit auf Philipps „Denklehre“ be­zieht, habe ich ebenfalls aufge­nommen. Außerdem habe ich tabellarische Übersichten zu den Kernthesen von Philipp und Reik erarbeitet, die den Ansatz für eine weitere wissen­schaftliche Bearbeitung des Themas und die Basis für eine kritische Dis­kussion bieten sollen."

Philipps Buch ist ein historisches Dokument über die Anfänge des Kriminalis­tischen Denkens in der deutschen Polizei, das auch mehr als neunzig Jahre nach sei­nem ersten Erscheinen lesenswert ist.

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